Der Knapp
Text
- Der Herr von Rodensteine sprach fiebrig und schabab: «Ungern duld ich alleine, ungern duld ich alleine, [: wo steckt, wo steckt, wo steckt mein treuer Knapp?» :]
- Ich spür in Haupt und Magen, ein Stechen und Geschlapp, [: diesmal geht mir’s an Kragen, :] [: wo steckt, wo steckt, wo steckt mein treuer Knapp?» :]
- Der Reitersjungen viere durchsuchten Weg und Steg: Der Knapp sass fest beim Biere, juhei im Scharfen Eck!
- Er trank und sprach mit Trauern: «Du braver Rodenstein! Allein, ich muss bedauern, ich kann nicht bei dir sein!»
- «Ist dir was zugestossen, auch ich hab was erlebt, ich bin mit Rock und Hosen hier völlig festgeklebt.»
- Die jungen meld’ten traurig dem Kranken, was gescheh’n, da sprach er fieberschaurig: «O Knapp, das ist nicht schön!»
- «Lässest du dein Herren schwitzen in solcher Not und Plag, so sollst du übersitzen bis an den jüngsten Tag!»
- Er sprach’s und starb im Fieber, sein letztes Wort traf zu, der Knapp sitzt heut noch über, es lässt ihm keine Ruh.
- Und nachts wie Sturmgewitter jagt’s oft Strass auf, Strass ab: Es ist der alte Ritter, er ruft: «Wo steckt mein Knapp?!»
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