Si tacuisses
Text
- Es waren mal drei Gesellen, sellen, die täten sich was erzählen, zählen, sie hielten unter sich wohl einen weisen Rat, wer unter ihnen wohl das schönste Mädchen hat.
- Da war auch einer drunter, drunter, und nichts verschweigen kunnt er, kunnt er, dem hatt auf diese Nacht sein Liebchen zugesagt, dass er bei ihr sollt sein in stiller, trauter Nacht.
- Des Morgens um halb viere klopft er an ihre Türe, er klopft ganz leise an mit seinem Siegelring: Schläfst oder wachest du, herzallerliebstes Kind?
- Mag schlafen oder wachen, ich tu dir nicht aufmachen, geh du nur immer hin, wo du gewesen hast, und binde deinen Gaul an einen dürren Ast!
- Wo soll ich den hinreiten? Es schlafen alle Leuten, es schlafen alle Leut, Vieh, Menschen, Weib und Kind, es regnet und es schneit und geht ein kühler Wind.
- Das tut mich gar nicht rühren, dass dir das tut passieren; denn wer ein Mädel hat und sagt es jedermann, der klopft dann auch, wie du, sehr oft vergebens an.
- Da sprachen die Herrn Hausknechte: «Dem Kerl geschieht ganz rechte, hätt er geschwiegen still und ‘s Maul gehalten fein, so wär er heute Nacht beim schönsten Mägdelein.»
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